Ein ganz früher Rankin. Spielt in seiner Heimat Fife, nördlich von Edinburgh, wo auch Inspector Rebus herkommt. Ein kleines Dorf. Bergarbeitermilieu. Armut. Provinz.
In einem Dorf hocken alle aufeinander: jahrelang, jahrzehntelang, generationenlang. Passiert nicht viel. Und wenn mal was passiert, dann bleibt es praktisch für immer in Erinnerung. Wird vererbt.
Einmal passiert nem Mädchen ein Missgeschick und der dran schuld war stirbt. Getratsche und Geflüster und langsam wird sie immer mehr zur Außenseiterin. Das geht nicht nur ihr Leben lang so, sondern prägt noch das Leben des Sohns.
Der Sohn pubertiert. Erste Liebe. Enge Verhältnisse. Last der Vergangenheit. Erwachsenwerden. Ein Entwicklungsroman im Milieu. Gut gemacht, intensiv, einfacher Schreibstil.
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Donnerstag, 1. Dezember 2011
Montag, 26. Januar 2009
Bis aufs Blut
Inhalt: ein junger britischer Berufskiller mit familiärem Militärhintergrund (Klischee) erledigt einen Auftrag in London. Zwei Sekunden nach dem Schuss ist die Polizei vor Ort und er entkommt nur mit knapper Not. Offensichtlich will ihn jemand ans Messer liefern, aber wer? Er macht sich auf die Suche. Dabei wird er selbst von einem fetten, sarkastischen New Yorker Privatdetektiv verfolgt. Dann schaltet sich noch ein amerikanischer Geheimdienst ein. Männer in - Klischee, Klischee - dunklen Anzügen, Sonnenbrille und dunklen Autos . Die Spur führt zu einer Sekte in die USA, die - wie das Klischee es verlangt - natürlich an Westküste residiert. Dort wird später richtig gesplattert. Die dazu erforderlichen Waffen besorgt er sich en gros wo? Na? Richtig - in TEXAS. Jippiee! Am Ende war er völlig auf dem Holzweg. Alle Überlegungen Quatsch. Die Lösung ist soo einfach. Irgendwie ganz nett zu lesen...
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Dienstag, 30. Oktober 2007
Der diskrete Mr. Flint
Nach seinem ersten Rebus Roman hat sich Ian Rankin an einem Antitypus zu John Rebus vesucht. Er ist nicht bei der Polizei, sondern beim Geheimdienst. Auch spielt der Roman in London nicht in Edinburgh. Mit Hilfe dieser kleinen Verfremdungen kann man als treuer Rebus Leser umso deutlicher das Typische an Rankins Romanen erkennen. Seine Typen leben in einer harten Welt, sind recht einsam, den Kollegen kann man nicht trauen, jeder kämpft gegen jeden. Auch der Aufbau ist bekannt: eine kleine nicht erklärliche Eingangsepisode fällt irgendwann recht spät im Buch an ihren Platz. Der Held tappt lange im Dunkeln. Lose Enden sammeln sich ungeordnet an. Die Plots sind nicht so aufgebaut, dass man als Mitdenker genug Hinweise bekäme, um den Fall sportlich vor dem Showdown zu lösen. Man braucht Rankin, der Schritt für Schritt alle Fäden in einem sich beschleunigenden Finale zusammenfriemelt. Es geht hier weniger um Denksport und Hobbykriminalistik als vielmehr um klare Menschenbeobachtung, atmosphärische Dichte und viele Groschen, die einer nach dem anderen - immer schön langsam fallen. Bis zur letzten Seite!Der diskrete Mr. Flint ist absolut empfehlenswert. Kein unbekannter Vorläufer aus der Zeit, als Rankin noch seinen Stil suchte (wie ich befürchtet hatte), sondern ein Goldstück. Übrigens überwiegen bei Flint und Rebus letztlich doch die Gemeinsamkeiten. Kein Wunder, dass sich Rankin dann auf Rebus festgelegt hat.
Sonntag, 26. August 2007
John Rebus
Die Menschen, denen ich begegne, lassen sich nicht unter der Dusche abwaschen, nicht mit Alkohol wegbrennen und nicht durch der Wohnungstür aussperren. Sie nisten in meinem Gehirn und wandern durch meine Träume. Zyniker, Ausgebrannte, Dumme. Alle gegen alle. Immerwährendes Gerangel, Konkurrenz und Misstrauen. Kollegen hauen sich bei der Dienstplanung übers Ohr, süchtige Pfleger stehlen Medikamente, gleichgültige Karriereärzte sorgen sich ausschließlich um ihre Publikationen, unzufriedene Schwestern lassen ihren Frust an Patienten aus. Freundschaft ist rar, gute Vorgesetzte wurden noch nicht gesichtet. Reibereien, Machtkämpfe, hässliche Umgebung. Der wichtigste Tröster ist der allgegenwärtige Becher Kaffee.Bei Rebus ist es genau so, nur noch schäbiger. Detective Inspector bei der Edinburgher Mordkommission. Hässliche Umgebung, hässliche soziale Verhältnisse, hässliches Wetter. Er steigt nicht auf, gilt als unangepasst und sperrig. Macht seinen Job zwischen rassistischen Kollegen, sensationsgeiler Presse, rücksichtsloser Oberschicht und menschlichen Wracks in den sozialen Gettos. Ich schlafe nicht angezogen mit Wiskey in der Hand im Sessel - aber ich lese meinen Rebus: schon den vierzehnten Band.
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