Freitag, 20. Februar 2009

Vergebung

Merkwürdig. Was sind das für Bücher, die man beim Lesen nicht aus der Hand legen kann. Man ist gebannt und fasziniert, doch zwei Wochen später denkt man: " Was ist eigentlich so toll daran?"

Im Gegensatz zur Beprechung des zweiten Bandes bin ich nun der Meinung, dass die drei Bände im Grunde ein einziges Buch sind. Der dritte Band führt die beiden ersten nahtlos fort und bringt alles zu einem versöhnlichen Ende. Fertig! Mir drängt sich der Vergleich zum Herrn der Ringe auf. Doch Larson oder der Verlag wollten (wohl aus kommerziellen Gründen), dass die drei Bücher möglichst unabhängig voneinander funktionieren. Darum sind etwa ein Drittel der Buchstaben des dritten Bandes nur dazu da, neuen Lesern zu erklären, was sie in Band 1 und 2 verpasst haben. Das nervt zu Tode!
Inhalt: Lisbeth Salanders in Band 2 aufgeklärte Vergangenheit bricht auf. Der Geheimdienst versucht erneut, sie zu Vertuschungszwecken in die Psychiatrie sperren zu lassen. Diesmal hat sie aber starke Verbündete - aufrechte Journalisten, aufrechte schwedische Demokraten, aufrechte Polizisten, aufrechte Hackerkollegen, eine aufrechte Anwältin und noch ein paar andere aufrechte Freunde. Dem sind die Bösewichte nicht gewachsen. In einem Show-Down vor Gericht, ganz im Stile vieler Gerichtsdramen, werden sie überführt, während Salander die ganze Zeit im Gefängnis sitzt. Schön wie ein Dur-Akkord, schön wie Mozart, Balsam für die Seele - aber im Nachhinein halt irgendwie langweilig. Lieber hätte man Salander in Aktion gesehen...