Freitag, 27. Februar 2009

Glaubensfrage

Ein mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnetes Theaterstück gut verfilmt. Der deutsche Titel ist allerdings nicht ganz treffend, denn es geht nicht um theologische Dispute. Das Original heißt "Zweifel".

Inhalt: 1964 in Harlem (New York). Eine katholische Kirchengemeinde und eine katholische Schule. Konflikt zwischen der bitteren, herrschsüchtigen Rektorin (Nonne), die die Schule wie ein Gefangenenlager leitet und dem lebensfrohen irischen Gemeindepriester, der den Leuten lebensnah aus dem Herzen predigt und viel für die Jugend tut. Beim ersten an den Haaren herbeigezogenen Vorwand stürzt sich der alte Drache auf den Priester und unterstellt ihm sexuelle Beziehungen zu einem Schüler. Idiotisch, oder? Man ist anfangs geneigt, die olle Schrulle zu hassen und den netten Kerl zu schützen, aber andererseits - wie viele solcher Priester hat es nicht schon gegeben. So wie sie religiöse Sprüche vorschiebt, um ihren Machtkampf zu gewinnen, so gut würden ihm seine progressiven Argumente helfen, niedere Motive und Kindesmissbrauch zu verbergen. Im Laufe des Stückes wird sie sympathischer und er zweifelhafter. Das Stück bleibt bis zum Schluss exakt auf Messers Schneide. Wer hat recht? Wem glaubt man? Eine Glaubensfrage! Es bleiben Zweifel in alle Richtungen. Klasse.