Mittwoch, 14. Januar 2009

Verdammnis

Wow, das gab es schon lange nicht mehr: ich habe gestern bis zwei und heute morgen bis vier Uhr durchgelesen. Auf der Arbeit konnte ich es kaum aushalten, das Buch endlich wieder in Händen zu halten.

Ich hatte ja große Bedenken, ob es Larsson nach seinem wirklich guten Auftaktbuch "Verblendung" hinbekommen würde, die liebgewonnen Figuren glaubwürdig weiterzuführen. Er hat und wie. Das zweite Buch seiner Reihe ist eine Intensivierung und Steigerung und spannend wie nur was.

Im Unterschied zu dem, was ich gehört hatte, handelt es sich aber nicht um eine Story, die sich über zwei Bücher erstreckt, sondern um zwei unabhängig voneinander lesbare Stories mit den gleichen Hauptpersonen. In Verdammnis erfahren wir alles über Lisbeth Salanders Hintergrund. Sie ist die unbestrittene Hauptperson und - endlich mal ein Umschlagtext, den ich voll unterschreiben kann - "Lisbeth Salander überwältigt mit ihrer Unwiderstehlichkeit. Sie gewinnt die Liebe des Lesers im Sturm" Der Spiegel

Nicht verschwiegen werden soll, dass Larsson inmitten seiner kunstvoll aufgebauten, zügig voranschreitenden Geschichte ab und zu stilistische Einsprengsel bringt, die merkwürdig lahm und unbeholfen wirken z.B. die Marotte, die zahlreichen Personen eines polizeilichen Ermittlerteams, biographisch auszuleuchten - und zwar
a) alle hintereinander über drei Seiten und
b) für die Story eigentlich überflüssig.
Vielleicht haben wir eine Großteil der Spannung ja dem gut gespitzten Rotstift des Unbekannten Lektors zu verdanken.