Na das ist ja mal ein Ding. Da schreibt einer drei Krimis, die einschlagen wie wie eine Bombe - aber leider erst posthum veröffentlicht wurden. Schade, das hätte eine ganze Krimiserie mit dem ungewöhnlichen Ermittlerpärchen "Wirtschaftsreporter + verhaltensgestörte Sozialhilfeempfängerin" werden können. Was muss er denn mit 50 einen Herzinfarkt bekommen!? Wahrscheinlich hat er genau so geraucht, wie seine Darsteller oder wurde hintenrum von den schwedischen Neonazis ermordet. Die spielen jedenfalls eine ziemliche Rolle in diesem mit dem Skandinavischen Krimipreis ausgezeichneten Buch, was sich aus seiner Biographie ergibt. Tja, und dann hat er da noch dieses Thema "Frau wird von Sadist gefangen und gequält" drauf.Um all diese Themen irgendwie unterzubringen, wählt er als Rahmenhandlung einen Wirtschaftskrimi, in den er eine klassische Whodunit einbettet. Nachdem der Held der Geschichte, seines Zeichens Enthüllungsreporter, vor Gericht eine Niederlage gegen einen vermutlich kriminellen Großindustriellen erlitten hat, zieht er sich in die schwedische Provinz zurück. Dort nimmt er den Auftrag eines ehemaligen Großindustriellen an. Er soll einen 4o Jahre alten Mord aufklären, was auch in klassischer Manier, Schritt für Schritt gelingt. Im Gegenzug hilft der alte Großindustrielle dem Reporter die Anfangsschlappe auszuwetzen und dem Bösewicht das Handwerk zu legen. Das Buch ist unterhaltsam und wird nach einem etwas flauen Anfang sogar richtig, richtig spannend. Guter Stil. Meine Lieblingsfigur ist die unangepasste "Lisbeth Salander", die der ganzen Geschichte Seele verleiht. Da beide Helden mit ordentlich Geld an den Füßen aus dieser Geschichte herauskommen, bleibt abzuwarten, ob der Folgeroman nicht zwangsläufig ganz anders werden muss, denn Geld ändert ja bekanntlich alles. Erhalten bleiben uns wahrscheinlich die Sadisten und die Nazis...