Dienstag, 20. Januar 2009

Die Welt ohne uns

So ein Scheiß! Es ist die typische Kaufsituation, in der ich immer wieder mal auf schlechte Bücher hereinfalle: ein ungeplanter Bummel im Stern-Verlag mit viel Lust auf Neues, aber wenig Zeit und Anschlussterminen. Da greif ich schon mal nach der schönen Oberfläche. Interessanter Titel, gutes Titelbild, "Bestseller" und dann der Cover-Text: "Eines der größten Gedankenexperimente unserer Zeit". Und dann der Autor - "Professor für Journalismus und renomierter Wissenschaftsjournalist".
Trotzdem ist das Buch Schrott! Ein wirres Sammelsurium zusammengewürfelter Skizzen aus Evolution, Geologie, Umweltverschmutzungsthemen und Reiseimpressionen. Abgestanden, oberflächlich, oft gehört und gelesen und ohne stringente Gedankenführung.

Zunächst bleibt Weissman kurz beim Thema. Er beschreibt en detail, in welcher Weise Häuser, Wolkenkratzer, Straßen und Brücken zerfallen, wobei jede rostige Schraube betrachtet wird. Das erinnert an den Prozess der Leichenzersetzung in "Die Chemie des Todes". Ganz interessant. Aber dann schweift er vollkommen ab. Wir erfahren, dass die Menschheit aus Afrika kommt, Jane Godell die Schimpansen beobachtet hat, Plastikmüll sich langsam zersetzt und viel Schwermetall im Boden ist. Ab und zu fühlt er sich wohl verpflichtet, zum Titel zurückzukehren. Wir erfahren mehrfach, dass Bauernhöfe zuwuchern, wenn sie stillgelegt werden und sich Außerirdische nach 10.000 Jahren wohl fragen würden, ob wir es gezielt auf unseren Untergang angelegt hätten. Dann geht es mit Informationen weiter wie: in Nordamerika hat einst Großwild gelebt und FCKW schädigt die Ozonschicht. Ach...