Montag, 26. Januar 2009

Die Stadt der träumenden Bücher

Bis Seite 132 von 500 habe ich mich durch die Lektüre geschleppt, dann hatte ich keine Lust mehr. Eigentlich überraschend, denn Kapitän Blaubär und das kleinee Arschloch sind zwei lustige, unterhaltsame Figuren. Moers sprüht vor lustigen Einfällen, deftigen Bildern, kreativen Wortspiele, skurilen Figuren und bizarren Geschichten. Er muss einen Generator im Kopf hat, der ihn mit einer bestimmten Sorte von Einfällen quält. Und damit er nicht platzt, müssen sie raus. Leider haben ihm die Kurzgeschichten nicht genug Erleichterung gebracht. Er brauchte einen Befreiungsschlag. Einen riesigen Schuttabladeplatz für witzige Einfälle: "Die Stadt der träumenden Bücher".

Zum Inhalt: Der Held der Geschichte (ein Drache) wächst im literarisch durchtränkten, aber provinziellen Drachenhausen auf. Nachdem sein Mentor stirbt, zieht er hinaus in die große weite Welt, um Abenteuer in der großen Stadt (Buchheim) zu erleben. Er begibt sich auf die Suche nach dem "Wichtigen Gegenstand" (ein Buch) usw. usw. Die Hauptgeschichte ist recht handlungsarm und macht kaum Fortschritte. Der Held geht durch die Straßen und schaut sich um. Er sieht 7456 Lebensformen und 8991 Typen von Buchläden, die Walter Moers alle schön nacheinander beschreibt. Er betritt ein Antiquariat und sieht dort 29.320 skurile Bücher mit ihren Titeln und Verfassern, die Moers alle einzeln aufzählt. Er nimmt an einem Konzert im Stadtpark ein, das musikalisch die Landesgeschichte nachzeichnet und das Konzert dehnt sich über 20 Seiten. Nö! Wärst Du doch bei der Kurzgeschichte, dem Comic, der Skizze geblieben...
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