Montag, 8. Dezember 2008

Das Lächeln der Fortuna

Gemessen an ihrem letzten Roman schreitet Rebecca Gablé 30 Jahre - sprich eine Generation - in der Zeit voran. Erneut folgt sie ihrem Grundmuster, auf der ersten Seite einen Jungen auftreten zu lassen, den wir dann auf hunderten von Seiten durch ein langes, wechselvolles Leben begleiten. Obwohl die Idee schon zum drittenmal hintereinander angewendet wird, nutzt sie sich nicht ab, denn es gelingt ihr von Anfang an, alle Figuren authentisch mit Leben zu füllen und die Geschichte spannend zu erzählen. Sehr interessant ist, dass wir nicht willkürlich in Zeit und Raum herumspringen, sondern uns evolutiv vorwärts bewegen, in der Nähe von London bleiben und vor allem, dass es weiterhin um das Adelsgeschlecht Lancaster geht. Der Lehnherr unseres Helden ist John of Gaunt - Sohn des Königs aus dem letzten Buch und Bruder des sagenhaften Schwarzen Prinzen. Wir erleben den Beginn des Hundertjährigen Krieges, die Gründung des famosen Hosenbandordens und dies und das, von dem man mit fundierter historischer Halbbildung schon mal gehört hat. Hier fügt sich alles wunderschön zusammen. Doch dies ist nur schmückende Zutat. Kern der Sache ist Rebecca Gablés Kunst, sympatische, spannende Mehrgeneratioen-Familiengeschichten zu erzählen, in die man sich gerne und tief hineinfallen lässt. Eins von den Büchern, bei dem man Trauerarbeit leisten muss, wenn man merkt, dass die Seitenanzahl dahinschmilzt wie Schnee in der Sonne...