Nach 617 Grad Celsius bin ich gleich zum Stern-Verlag spaziert, um nach weiteren Krimis von Horst Eckert Ausschau zu halten. Dabei habe ich entdeckt, dass er "Glauser" und "Marlowe"-Preisträger ist und schon acht Düsseldorf-Krimis geschrieben hat.Die Zwillingsfalle ist konsistent zu 617 Grad Celsius. Die Grundstimmung ist gleich. Grundelemente, die mir gefallen, tauchen wieder auf. Zum Beispiel, dass sich die Guten und die Bösen nur in Nuancen unterscheiden. Wer hat schon mal gelesen, dass sich die gute Kommissarin und der korrupte Bulle (der einen Kriminellen exekutiert, um seine eigenen Machenschaften zu verbergen) gegenseitig decken und helfen. Tja - das korrupte Schwein erweist sich am Ende als Mitmensch.
Eckert hat seine Krimis nicht auf einem einzigen Kommissar aufgebaut. Im Polizeipräsidium taucht aber immer wieder ein bestimmter harter Peronenkreis auf. Man trifft alte Bekannte, die sich weiterentwickeln und um Karriereschritte und Positionen rangeln. Aber auch die neuen Nebenpersonen sind gut gezeichnet. Diesmal ein SEK-Beamter, der von der Rambotruppe zur Kriminalwache zwangsversetzt wird.
Trotz gleicher Grundelemente bringt das genug Abwechslung. Inhaltlich ist die Geschichte wieder mit einem besondere Stück Stadtgeschichte verwoben: der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone. Was schlug das damals für Wogen, als der blaue Mannesmann-Schriftzug vom Mannesmann-Hochhaus runtergeholt wurde und durch das rote Vodafone ersetzt wurde. Ein sichtbares Fanal, dass die Globalisierung auch in Düsseldorf angekommen ist und Opfer kostet.